Frauen als Fachkräfte

 
 

Ausgangslage und angebote

Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf unterstützt heimische Unternehmen dabei, weibliche Fachkräfte zielgerichtet anzusprechen und Maßnahmen zu erarbeiten, wie die Mitarbeiterinnen an das Unternehmen gebunden werden können. Ein Augenmerk liegt dabei auf den Rückkehrerinnen in die Region.

Die Fachkräftesicherung bildet die Basis einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung. Gutes Personal zu rekrutieren und im Unternehmen zu halten sind die Bausteine durch die sich ein Unternehmen auf dem Markt positionieren kann.

Inzwischen stellt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt derart dar, dass sich die BewerberInnen ihre Arbeitgeber aussuchen können. Die Unternehmen müssen sich daher breiter aufstellen.

Für fast zwei Drittel der Unternehmen im Hochsauerlandkreis stellen Frauen eine besondere oder potenzielle Zielgruppe für ihre Fachkräftesicherung dar (Unternehmensbefragung WFG HSK 2016). Das Kompetenzzentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, für und mit diesen Unternehmen in Workshops und Netzwerktreffen gemeinsam mit fachkundigen Referenten Maßnahmen zu erarbeiten welche die Fachkräftesicherung sicherstellen.

Neben der Thematisierung der Rekrutierung und des Haltens weiblicher Fachkräfte wird ein Augenmerk auf die Rückkehrerinnen in die Region gelegt. Weiterhin werden die individuellen Ansprüche weiblicher Mitarbeiterinnen unter Gender-Gesichtspunkten betrachtet.

 
 
 

REKRUTIEREN UND HALTEN WEIBLICHER FACHKRÄFTE

Die Fachkräftesicherung ist ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Unternehmensführung. Der demografische Wandel sorgt jedoch dafür, dass dem Arbeitsmarkt immer weniger gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen. Das Rekrutieren neuen Personals muss sich auf eine größere Zielgruppe beziehen.

Frauen als Fachkräfte haben andere Ansprüche an einen guten Job als Männer. Themen wie Familienfreundlichkeit und Flexibilität spielen bei den weiblichen Beschäftigten eine große Rolle.

Es ist die Aufgabe der Unternehmen, ihre offenen Stellen derart zu gestalten und anzubieten, dass Frauen sich zunächst in dem Unternehmen bewerben und anschließend auch lange an das Unternehmen gebunden werden.

Rekrutieren und Halten weiblicher Fachkräfte

Unser Angebot:

- Bestandsaufnahme und Information in den Unternehmen
- Angebot von Seminaren, Workshops und Netzwerktreffen
  mit fachkundigen Referenten zum Thema "Frauen als
  Fachkräfte"
- Infomaterial zum Rekrutieren von weiblichen Fachkräften
- Infomaterial zum Halten von weiblichen Fachkräften

Gender-Checkliste:

Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland hat eine Checkliste erstellt, mit der die heimischen Unternehmen ihren Standort im Hinblick auf die Chancengleichheit und individuellen Behandlung ihrer Mitarbeiter bestimmen kann:

Gender-Checkliste

 

Konzept zur Rekrutierung weiblicher Fachkräfte

Die Fachkräftesicherung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der heimischen KMU. Nur ein Unternehmen, das gut ausgebildetes und motiviertes Personal beschäftigt, kann gute Ergebnisse erzielen und dadurch am Markt erfolgreich sein. Gutes Personal ist jedoch zunehmend schlechter zu rekrutieren. In vielen Berufen können sich derzeit die Bewerber ihre Arbeitgeber aussuchen. Dieser Wettbewerb um die besten Fachkräfte bedingt einmal mehr, dass sich die Unternehmen zukunftsgerichtet aufstellen und Arbeitsplätze anbieten, die den Wünschen und Anforderungen der Bewerberinnen entsprechen.


Konzept Rekrutieren weiblicher Fachkräfte
 

Folgende Angebote von KMU können die Attraktivität eines Unternehmens für Bewerberinnen beeinflussen:

Gleichstellung

a. Sicherstellung gleicher Verdienst
b. Erhöhung Anteil von Frauen in Führungspositionen
c. Erhöhung Anteil von Frauen in Vollzeitstellen
d. Förderung weiblicher Führungsnachwuchs

Vereinbarkeit Familie und Beruf

a. Sonderurlaub bei Krankheit der Kinder
b. Sonderurlaub bei Pflege der Angehörigen
c. Betriebskindergarten
d. Anmietung von Kindergartenplätzen
e. Möglichkeit, die Kinder im Notfall mit an den Arbeitsplatz zu bringen
f. Unterstützung bei der Suche nach Kindergarten- / Pflegeplätzen
g. Zuschuss für Kinderbetreuung
h. Kurzfristige Freistellungen für Kinderbetreuung oder Pflege
i. Angebote von haushaltsnahen Dienstleistungen

Angebote des Unternehmens zum Thema flexible Arbeitszeiten

a. Gleitzeit
b. Jahresarbeitszeitkonto
c. Vertrauensarbeitszeit
d. Sabbaticals / Langzeiturlaub
e. Homeoffice
f. Anstellung mit verkürzter Stundenzahl
g. Jobsharing

Informations- / Unterstützungsangebote

a. Urlaubs- / Einsatzplanung – Rücksicht auf Eltern / pflegende Angehörige
b. Einbindung von Mitarbeiterinnen, die sich in Eltern- / Pflegezeit befinden
c. Weiterbildungsprogramme für Eltern in Elternzeit
d. Unterstützung bei der Suche nach Arbeitsplatz für Partner des Mitarbeiters
e. Betriebliche Gesundheitsvorsorge

Allgemeine Unternehmensangebote

a. Teilnahme an regelmäßigen Weiterbildungsangeboten
b. Teamarbeit
c. Sammlung internationaler Arbeitserfahrung
d. Eigenverantwortliche Arbeit
e. Schnelle Erreichung von Führungspositionen
f. Kollegiale Events
g. Möglichkeit, konstruktive Kritik zu äußern

Angebote des Unternehmens zum Thema Arbeitskultur

a. Regelmäßiger Austausch mit Vorgesetzten
b. Jährliches Mitarbeitergespräch
c. Feedback nach Beendigung eines Projekts
d. Wahrnehmung von Führungsaufgaben bei verkürzter StundenzahlLorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Ut commodo pretium nisl.

RÜCKKEHRERINNEN IN DIE REGION

Viele junge Frauen verlassen die Heimat, können sich aber vorstellen zurückzukehren, wenn sie passende berufliche Angebote vorfinden.

Ein weiteres Motiv für die Rückkehr in die Heimat sind die Verbundenheit mit Familie (Wunsch, Kinder im Umfeld der Großeltern aufzuziehen / Bedarf der Pflege der Eltern)
und Freunden. Die Eltern, Geschwister und Freunde haben in der Regel gute Informationen über den beruflichen Werdegang und die Lebensplanung potenzieller RückkehrerInnen

Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der Wirtschaftsförderung HSK (Projekt HEIMVORTEIL)  versuchen wir sowohl Unternehmen als auch Rückkehrerinnen den Weg zurück in die Heimat zu ebnen.

Ziel ist es den Unternehmen das Potenzial von Rückkehrerinnen darzulegen: Verbindlichkeit, Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten, Verbundenheit mit der Heimat und den Menschen vor Ort und in der Regel eine hochwertige Ausbildung.   

Rückkehrerinnen

Unser Angebot: 

- Unternehmen durch Informationen und Bestands-
  aufnahmen der aktuellen Situation dafür sensibilisieren,
  potenzielle Rückkehrerinnen zu rekrutieren

- Unternehmen profitieren von gut ausgebildeten Fach-
  kräften, die Interesse an einer langfristigen Beschäftigung
  haben.

- Kontakte zwischen heimischen Betrieben und Rück-
  kehrerinnen in die Region anstoßen

- Darlegung der Vorteile von hoher Lebensqualität
  verbunden mit anspruchsvollen Arbeitsplätzen

 

GENDER

Jeder Mensch hat individuelle Erfahrungen, Vorstellungen und Bedürfnisse. Diese Hintergründe bringt jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter in das Unternehmen ein.

Um optimale Arbeitsergebnisse zu erzielen, ist es notwendig, dass die Unternehmen auf diese persönlichen Schwerpunkte eingehen.

Individuelle Betrachtung bedeutet in diesem Zusammenhang

- individuelle Ansprache im Hinblick auf geschlechts-
  spezifische Hintergründe  (Bewerbungsverfahren,
  Mitarbeitermotivation)
- gleiche Bezahlung aller Beschäftigten
- gleiche Chancen im Unternehmen (Aufstiegschancen,
  Führungsposition etc.) 

 
 

Beispiele gendergerechter Beschäftigungen

Jenny

Jenny, Mutter von Joyce, 6 Monate und Luke, 5 Jahre – Erzieherin im Familotel Ebbinghof, Schmallenberg:


„Nach meiner schulischen Ausbildung zur Erzieherin in 2010 kam 2011 mein erstes Kind, Luke, auf die Welt. Da stellte sich die Frage: Wie geht Ausbildung mit Kleinkind? Antwort: Am besten im Familotel Ebbinghof! Hier absolvierte ich 2012 in Teilzeit mit 20 Wochenstunden mein Anerkennungsjahr zur Erzieherin! Und jederzeit konnte ich Luke, war sein Kindergarten mal geschlossen, zur Betreuung mit in die hoteleigene Kita nehmen! Das waren für mich lauter Vorteile, die mir erlaubten, Ausbildung und Kind bestmöglich zu vereinbaren.
Bei meiner zweiten Schwangerschaft (Joyce) ist der Kontakt zum Hotel nie abgebrochen. Dafür sorgten Einladungen zu Teammeetings, Mitarbeiter-Veranstaltungen (Tag der Offenen Tür, Familientag, Adventsfeier, …) und ein guter Kontakt mit befreundeten Kolleginnen.
Vereinbarung von Beruf und Familie? Klar! Bereits jetzt plane ich meinen Wiedereinstieg und habe sogar angeboten, meine Elternzeit zu verkürzen und früher einzusteigen, sollte „Not am Mann“ sein!

Theresa

Theresa, Mutter von Greta, 8 Monaten – Köchin im Familotel Ebbinghof, Schmallenberg


„Meine Familie und ich genießen die Elternzeit! Trotzdem sind wir dem Hotel durchs wöchentliche Babyschwimmen (Hotel-Angebot für Gäste und Mitarbeitende), Treffen mit Kolleginnen und Mitmachen bei Mitarbeiterveranstaltungen (Weihnachtsbrunch) nah und verbunden. Wichtige Infos zum Hotel bekomme ich über die Monatsinfo.
Meinen Wiedereinstieg plane ich für April 2017. Dann ist Greta ein Jahr alt.
Bei uns ist es üblich, dass für das Familotel die positive Einstellung des Einzelnen zu sich selbst, unseren Gästen, dem Team und die Loyalität zur Inhaberfamilie zählt.
Im Familotel Ebbinghof wird jeder individuell betrachtet und behandelt. So fühlt sich hier jeder Mitarbeiter rundum wohl!“

André

Andre, Vater von Zwillingen (3) und IT-Mitarbeiter in einem Ingenieurbüro

„Mein Arbeitgeber ist ein familienfreundliches Unternehmen und als solches auch ausgezeichnet. Dass dies auch vor Ort gelebt wird, kann ich als junger Vater bestätigen. 2013 wurden unsere Zwillinge geboren. Die beiden Mädchen halten uns ganz schön auf Trab und fordern uns als Eltern. Direkt nach der Geburt habe ich drei Monate Elternzeit genommen und ein halbes Jahr später noch einmal drei Monate. Obwohl ich der einzige IT-Experte bei uns bin, konnte ich mit meinem Vorgesetzten zusammen Lösungen entwickeln, wie ich die Familie und die Arbeit unter einen Hut kriege. Nach der Elternzeit habe ich zunächst nur drei Tage die Woche gearbeitet und an den anderen beiden Tagen Überstunden abgebaut. Als es dann darum ging, wieder „normal“ zu arbeiten, habe ich mich dazu entschlossen, weiterhin mit reduzierter Stundenzahl zu arbeiten. Mein Chef war in dieser Zeit sehr zuvorkommend und hat mich in meinen Plänen voll unterstützt. Meine Arbeit hat sich in manchen Teilen verändert. Teilweise werden IT-Aufgaben heute von einem externen Anbieter ausgeführt. Die Resonanz aus meinem Freundes- und Kollegenkreis war durchweg positiv. Ich bin mir sicher, dass viele in meiner Situation ähnlich gehandelt hätten, wenn sie von Ihrem Unternehmen dabei unterstützt würden. Im Hinblick auf meine Familie und unseren Lebensweg bin ich froh, dass ich es so gemacht habe !“

Alexandra

Alexandra, Ausbilderin technische Systemplaner in einem Ingenieurbüro


„Ich habe mich nach der Schule für einen technischen Beruf entschieden, was vor zwanzig Jahren für eine Frau nicht unbedingt alltäglich war. Doch ich habe es nie bereut ! Als technische Zeichnerin kann ich kreativ und mathematisch unser Ingenieurbüro dabei unterstützen, neue Gebäude zu entwerfen und umzusetzen. In der Berufsschule war unsere Klasse noch heterogen gemischt, auf dem Arbeitsmarkt musste ich jedoch schnell feststellen, dass die Ingenieurberufe vor allem von Männern ausgeübt wurden. Erst nach und nach kamen ein paar Frauen dazu.
Seit zwei Jahren bilde ich nun unsere Auszubildenden als technische Systemplaner – dem Nachfolgeberuf des technischen Zeichners - aus. Wir beschäftigen drei männliche Auszubildende. Meine Rolle als weibliche Vorgesetzte wurde dabei noch nie in Frage gestellt. Es gibt einfach keinen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten im technischen Bereich – weder fachlich noch zwischenmenschlich !“

Partner

Unser Angebot:

- Sensibilisierung der Unternehmen für die
  genderspezifischen ArbeitnehmerInnen-Besonderheiten

- Angebot einer Gender-Checkliste für das Rekrutieren und
  Halten von Fachkräften

- Netzwerktreffen mit fachkundigen Referenten

 

ansprechpartnerIN

Dr. Elke Drepper-Cramer

Ansprechpartnerin Frauen als Fachkräfte
Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland

Dr. Elke Drepper-Cramer

Steinstraße 27
59872 Meschede

Tel.: 0291 94 1569
E-Mail: lkdrppr-crmrhchsrlndkrsd

 

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Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hochsauerlandkreis mbH

Steinstr. 27
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